Eine schöne Tradition: Der Bettagsgottesdienst mit der Trachtengruppe

Kathrin Beidler<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>48</div><div class='bid' style='display:none;'>13530</div><div class='usr' style='display:none;'>73</div>

Kathrin Beidler

Seit Jahren schon bereichert die Trachtengruppe Schüpfen und Umgebung den Bettagsgottesdienst. Auch dieses Jahr füllten sie mit ihren Klängen die Kirche und waren mit ihren Trachten ein Augenschmaus. Und wie jedes Jahr servierten sie im Anschluss im Kirchgemeindehaus unter der kundigen Leitung von Theres Theler Kürbissuppe und Zwetschgenkuchen. Ein herzliches Dankeschön an all die fleissigen Helferinnen und Helfer! Und ein ebenso herzliches Merci an Katharina Beidler, die seit zwei Jahren den Chor der Trachtengruppe mit grossem Erfahrungsschatz und Herzblut dirigiert. Katharina Beidler ist für viele keine Unbekannte – so spielt sie zum Beispiel in Schüpfen und Grossaffoltern Orgel. Mit den folgenden Interviewfragen können Sie sie etwas näher kennenlernen.


7W Fragen an Katharina Beidler

Wo wohnst du?
Seit 35 Jahren wohne ich in Bargen in einem alten Bauerhaus, mein Lebensquell.

Wie kamst du zur Musik?
Auf einem Emmentaler Bauernhof aufgewachsen, war mir die volkstümliche Musik als Kind sehr vertraut. Meine Mutter war begeisterte Bäuerin, in der örtlichen Trachtengruppe engagiert, sang im Chor, tanzte und spielte Theater. Eine Zeit lang war sie auch Präsidentin des Frauenvereins und zuständig für den kirchlichen Blumenschmuck. Singen, in einer Gemeinschaft Verantwortung übernehmen und Kirche wurden so meine bestimmenden Lebensbereiche. Zuerst wurde ich Lehrerin. In der Ausbildung lernte ich die klassische Musik kennen. Mit 18 Jahren begann ich Kirchenorgel zu spielen und trat vor 50 Jahren in Grossaffoltern eine Stelle als Organistin an und bin bis heute da tätig. Dann studierte ich Gesang, gründete eine Familie und reiste 24 Jahre als Solistin in der Welt herum. Es folgten 20 Jahre Musikschulleiterin und Dozentin an der Musikhochschule Zürich bis zur Pensionierung. Und ein weiterer Traum erfüllt sich nun mit der Trachtengruppe: dirigieren. Inwiefern ich selber die Musik gewählt habe oder einfach meinem Schicksal gefolgt bin, ist mir nicht klar. Als ich drei Monate alt war, sagte ein mir unbekannt gebliebener ausländischer Gast meiner Mutter, dass ich Sängerin werden würde. Diese Begegnung hat sie, offenbar besorgt um ihr Kind, für sich behalten. Erst als ich mein Musikstudium begann, hat sie es mir erzählt.

Wie dirigiert es sich in einer Tracht?
Die Tracht ist ein wunderschönes Kleidungsstück: Die schmucke Farbkombination, der Schnitt und das enge Mieder sind nicht nur eine Augenweide, sondern unterstützen die Körperhaltung und die Atemstütze. Ich fühle mich aufgerichtet in der Tracht und die Bewegungsfreiheit in den Armen ist uneingeschränkt.

Was wünschst du dir von der Trachtengruppe?
Dass sich alle freuen am Singen, am Lernen von Text und Melodie, Geduld und Hu-mor behalten beim Üben, sich wohlfühlen mit der eigenen Stimme, der Entwicklung des Gesamtklangs, der Beweglichkeit und Dynamik und bei allem das Gefühl haben, dass wir gemeinsam etwas Schönes schöpfen und erleben können.

Welche Komponisten sind dir am liebsten?
Es gibt in jedem Musikstil favorisierte Komponisten und die Menschen lieben ganz unterschiedliche Musik. Für mich gilt ganz einfach: berührende Musik ist schön!

Was sind deine Hobbies nebst der Musik?
Familie, die 2 Esel, die Katze, Mitmenschen, Natur, Sprachen, lesen, kochen, essen - alle Arbeit, die mir zufällt.

Was stellt dich auf, was ärgert dich?
Mein Beruf - meine Berufung - hält mich in Schwung, dafür bin ich täglich dankbar. Kleinere Alltagsärger gibt es immer. Es sind die grossen Dinge, die mich ärgern oder traurig machen: dass wir nicht fähig sind, Leid und Ungerechtigkeit auf der Welt zu eliminieren und die Schöpfung als Ganzes im Auge zu behalten. Es gibt noch viel zu tun. Ora et labora – bete und arbeite!

Danke für das Interview: Christine Ris
Autor: Heinz Pfarrer     Bereitgestellt: 27.09.2018     Besuche: 31 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch