Dorothea Murri, Stellvertretende Pfarrerin

Die frisch gewählte Pfarrerin Rahel Hofer wird als Nachfolgerin von Marianne Hundius ihre Stelle am 1. September antreten. Bis dahin wird Pfarrerin Dorothea Murri aus Bern die Stellvertretung übernehmen. Sie wird zuständig sein für die Beerdigungen, für Gottesdienste, Andachten und Besuche im Altersheim Schüpfen.

Wir freuen uns, Dorothea Murri in unserer Kirchgemeinde begrüssen zu dürfen! Trotz sich abzeichnendem Pfarrmangel haben wir mit ihr eine gute Stellvertreterin gefunden. Anhand der 7 W-Fragen können Sie sie etwas näher kennenlernen.
Wo bist du zuhause?
Ich wohne mit meinem Lebenspartner, Hund und Katze ganz nahe vom Campingplatz Eichholz in Wabern bei Bern.

Was stellt dich auf?
Menschen, die meinen Glauben bestärken, dass der Mensch im Grunde gut ist.

Was machst du beruflich neben deinen Einsätzen als Stellvertreterin?
Ich habe mich letzten Oktober selbständig gemacht. In meiner Coachingpraxis «Aufbrechen ins Leben» begleite ich Menschen, die in einem Lebensaufbruch oder Lebensum­bruch sind oder sich nach einem solchen sehnen. Dafür biete ich auch Rituale an (Segnungen, Taufen, Hochzeiten, Bestattungen …)

Was machst du in deiner freien Zeit?
Ich bin viel mit meiner Hündin unterwegs, lese, singe, koche und esse sehr gerne, letzteres am liebsten in guter Gesellschaft. Ich liebe tiefschürfende Gespräche und spiele leidenschaftlich gerne «Tichu».

Wie bist du zur Theologie gekommen?
Mich beschäftigten schon als Kind existentielle Fragen wie «wo komme ich her?», «was passiert nach dem Tod?», «Weshalb bin ich hier?», «Warum gibt es Böses auf dieser Welt?». Nach meiner Erstausbildung zur Primarlehrerin, wollte ich mich diesen Fragen vertieft widmen und begann, ein paar wenige Stunden pro Woche Theologie zu studieren. Zu Beginn hatte ich gar nicht im Sinn, meinen Beruf zu wechseln. Ich war liebend gerne Lehrerin. Aber nach ein paar Jahren hatte es mir den Ärmel so sehr reingenommen, dass ich mir nichts Schöneres und für mich Passenderes vorstellen konnte, als mich beruflich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Da ich dann schon Mutter von zwei Kindern war und während meinen ersten zehn Amtsjahren kirchliche Unterweisung und Konfirmandenunterricht gab, musste ich auf das Zusammensein mit Kindern und Jugendlichen trotz Berufswechsel nicht verzichten.

Kirche und Glauben – was ist dir daran besonders wichtig?
Jesus Christus ist mir ein grosses Vorbild. Er hat vorgelebt, wie ein Mensch, mit Gott und mit den Menschen verbunden, liebevoll und integer leben kann. Ich glaube, dass Jesus Gottes Sohn war. Und ich glaube, dass auch wir Gottes geliebte Söhne und Töchter sind. Ich sehe diese herausfordernde Welt als Lernplaneten. Ich denke, dass wir hier sind, um an Liebe zu wachsen und um zu erkennen, wer wir wirklich sind. Ich will vermitteln, dass es normal und menschlich ist, Fehler zu machen, manchmal den Holzweg zu erwischen und zu scheitern. Ich will Menschen ermutigen, nach Fehltritten wieder aufzustehen und aus Fehlern zu lernen. Ich glaube an die bedingungslose Liebe Gottes und empfinde es schmerzhaft, wenn Menschen sich selber erbarmungslos verurteilen. Ich stelle mir manchmal vor, dass Gott einem solchen Menschen zuruft: «Du brauchst mich nicht um Vergebung zu bitten! Ich bin nicht im Vorwurf! Du bist der einzige, der Dich verurteilt». Kirche sollte ein Ort sein, der tröstend, nährend, ermutigend und aufbauend ist und darauf hinweist, dass wir Menschen zutiefst geliebt werden und nicht alleine sind. Sie wird relevant, wenn sie, in Verbindung mit Gott, nach Wegen sucht, um für die anstehenden Probleme dieser Welt ein Teil der Lösung zu sein.

Was wünschst du dir für die Zeit in unserer Kirchgemeinde?
Ich wünsche mir, dass ich den Menschen, mit denen ich zu tun habe, zum Geschenk werden kann und dass es viele beglückende und berührende Begegnungen gibt.

PFARRERIN LILIAN FANKHAUSER-LOBSIGER