Monatsgedanken April

Wandernde <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;M.&nbsp;Hundius)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1256</div><div class='bid' style='display:none;'>16023</div><div class='usr' style='display:none;'>374</div>

Wandernd – von einem Tag zum andern
Die Krise nimmt kein Ende. Wer hätte letzte Ostern gedacht, dass wir auch die diesjährigen Ostertage in einem Lockdown feiern.
Letztes Jahr zu Ostern habe ich vom Aufbrechen geschrieben. Wie der Frühling die Erde aufbricht und zum Blühen bringt, so bricht Gott das Grab von Jesus auf und verheisst Leben. Dieses Aufbrechen Gottes bricht alles Schwere unseres Seins auf und verheisst eine hoffnungsvolle Zukunft.

Nun sind wir immer noch in der anhaltenden Krise unterwegs. Wir sind Wandernde wie die zwei Jünger, die nach Jesus Tod in ihr Dorf Emmaus zurückkehren, mit hängendem Kopf und schwerem Herzen. Erst mit der Zeit realisieren sie, dass sich ihnen ein Wanderer anschliesst. Und sie beginnen ihm zu erzählen, was sie erlebt haben und was sie belastet.

Wandern tut gut. Die Bewegung löst Erstarrtes. Es kommt etwas in Fluss, auch dann, wenn es unausgesprochen bleibt. Wirre Gedanken kommen zur Ruhe. Das Grün der Wiesen, die Kraft der Felsen oder das Sprudeln eines Baches berühren und beruhigen Herz und Seele. Wandern ist in der Pandemie beliebt geworden. Wir sind in der Krise zu Wandernden geworden. Es scheint uns Kraft zu geben.
Die zwei Jünger sind froh, dass sie nicht allein unterwegs sein müssen. «Als sie sich dem Dorf näherten, wohin sie unterwegs waren, tat er so, als ob er weiterwandern wollte. Sie nötigten ihn mit den Worten: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging mit, um bei ihnen zu bleiben. Als er mit ihnen zu Tische lag, nahm er das Brot, dankte; brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn. Er aber verschwand.» (aus dem Lukasevangelium 24, 28 - 30)

Die zwei Jünger fühlen sich für den fremden Mitwanderer verantwortlich. Die Nacht ist zu gefährlich, als dass sie den Fremden alleine weiterziehen lassen wollen. Sie überreden ihn, ins Haus zu kommen. Und da fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen. Sie erkennen in dem Fremden den auferstandenen Christus. Ob es wohl manchmal eine Krisensituation braucht, damit Erstarrtes und Totes aufgebrochen werden kann, so dass unser Herz berührt und unsere Augen geöffnet werden?

Ich wünsche uns allen, die wir Wandernde in einer schwierigen Zeit sind:
• dass wir unsere Verantwortung im Umgang miteinander wahrnehmen können
• dass wir uns bewegen lassen und nicht noch mehr erstarren
• dass wir unsere Herzensaugen und unsere Herzensohren öffnen können, um vom Glauben an eine lebenswerte Zukunft erfüllt zu werden
• dass wir das Vertrauen in Gottes Mit-uns-Sein nicht verlieren, sondern stark und hoffnungsvoll diesen schwierigen Weg gehen.

So behüte euch Gott auf eurem Weg durch die Osterzeit.

Pfarrerin Marianne Hundius
Bereitgestellt: 01.04.2021     Besuche: 125 Monat
 
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