Monatsgedanken Februar 2021

Licht und Dunkel <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;M.&nbsp;Hundius)</span>: Monatsgedanke Feb 21<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenregion-aarberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1256</div><div class='bid' style='display:none;'>15766</div><div class='usr' style='display:none;'>374</div>

LICHT UND DUNKEL
Marianne Hundius,
Langsam werden die Tage länger und am Morgen zwitschern wieder die Vögel. Die Zaubernuss im Garten setzt – trotz des Schnees auf ihre Ästen – erste goldige Blüten an. Am 2. Februar feiern unsere katholischen Glaubensgeschwister Mariä Lichtmess. Dieser Tag anfangs Februar war früher das offizielle Ende der Weihnachtszeit. Erst da wurden die Krippen und Tannenbäume weggeräumt und ein Lichterfest zur Begrüssung der länger werdenden Tage gefeiert.

Zwar werden die Tage wieder länger, aber die nervenaufreibende Zeit, in der kein Ende des Coronawinters absehbar ist, legt weiter ihren dunklen Schatten auf uns. Wir alle sind coronamüde und fragen uns: «Welche Politiker, Wissenschaftler, Skeptiker oder Zweifler haben recht? Auf wen sollen wir hören? Welche Entscheide tragen wir persönlich mit?» Und vor allem: «Wann endlich hört das alles auf und wann können wir wieder normal leben?».

Eine ganze Reihe von Gewissheiten sind im letzten Jahr in die Krise geraten. Haben nicht die Vertreter der neoliberalen Wirtschaft immer versprochen: «Der Markt regelt das schon!»? Tut er offenbar nicht, sonst würden kaum kapitalgeführte Unternehmen auf einmal Staatsleistungen fordern.

Haben wir uns nicht darauf eingelassen, dass Stillstand Rückschritt sei, und deshalb Fortschritt, Ausbau, Investition alles ist? Koste es, was es wolle? Und jetzt? Wenn weltweit die Bremse angezogen wird, sind wir hilflos.

Haben wir nicht darauf vertraut – stillschweigend –, dass vom Grundsatz her jedes Leben gleich viel wert sein muss? Und jetzt werden wirtschaftliche Interessen gegen das Leben älterer gefährdeter Menschen aufgewogen.

Mit den länger werdenden Tagen und dem aufsteigenden Licht beginnt im Februar die Passionszeit. Jene Zeit, in der wir uns dem Leiden von Jesus zuwenden. Auf das Licht, das für uns Christinnen und Christen an Weihnachten aufgegangen ist, legt sich ein Schatten. Das Leben von Jesus ist gefährdet, so wie unser aller Leben. Denn zum Leben gehört nicht nur Licht, sondern auch Dunkelheit. Deshalb verehren wir Jesus Christus nicht nur als den Auferstandenen, sondern auch als den Gekreuzigten. Hilft uns dieses Wissen, unsere aufsteigenden Fragen auszuhalten und unsere Müdigkeit zu ertragen?

Immer wieder sind es einfache Liedzeilen, die mich unterstützen durch schwierige Lebenssituationen zu gehen und mich zur Ruhe zu bringen:

Wechselnde Pfade,
Schatten und Licht:
Alles ist Gnade,
fürchte dich nicht.


Ich trage diese Worte über Tage in mir, summe sie, wiederhole sie in Gedanken, bis sie in mein Herz sickern und das Dunkel in mir aufhellen. Wäre dies nicht ein Versuch wert?

Pfarrerin Marianne Hundius
Bereitgestellt: 01.02.2021     Besuche: 156 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch