Gedanken zum Sonntag, 29. März 2020

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Hoffnigschyt

Schweren Herzens musste ich drei Tauffamilien absagen, die heute ihre Töchter Carina, Luisa Luzia und Lia hätten zur Taufe bringen wollen. Alles hatten sie organisiert, ihre Familien, Götti und Gotten, das feine Taufessen im Restaurant, Pfarrerin und Kirche. Ihre Pläne wurden durchkreuzt. Das tut weh.
Nicht nur den Tauffamilien ihre Pläne, sondern unser aller Pläne wurden durchkreuzt. Neben dem Schmerz über all das, was jetzt nicht möglich ist, tauchen Ängste auf. Krankheit und Tod sind auf einmal sehr präsent. Wir erleben momentan, wie zerbrechlich das wirtschaftliche und das persönliche Leben sind.

Jetzt in der Vorosterzeit, der sogenannten Passionszeit, erinnern wir uns als Kirche an all das, was das Leben schwer macht, an unsere Zerbrechlichkeit, das Sterben und den Tod. Jesus, unser Lehrer, ist uns voraus gegangen. Ihm können wir folgen. Das Kreuz, das er auf sich nahm, ist Symbol dieses Weges.

Im Kreuz kreuzen sich zwei Holzbalken. Sie kreuzen sich in der Mitte, im Herzzentrum. Unsere durchkreuzten Pläne sind Teil dieses schmerzvollen Kreuzes. Sie treffen uns im Herzen.
Wir können in den Gebetsschrei Jesu einstimmen, mit dem er seiner Ohnmacht Ausdruck verlieh: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.» (Psalm 22,2)

In unseren Ängsten und unserer Ohnmacht sind wir von diesem Kreuz gehalten. Das Kreuz Christi ist mehr als ein Schmerzenskreuz. Es ist zeitgleich ein Hoffnungszeichen, liebende Arme, die uns umarmen. Alles, was unsere Pläne durchkreuzt, wird uns - wenn wir auf das Kreuz schauen - nicht zerbrechen, sondern aufbrechen, zu neuem Leben und zur Liebe, die stärker ist als alle zerstörerischen Kräfte in und um uns.

Im Lukasevangelium betet Jesus am Kreuz das Abendgebet der Juden: «In deine Hände befehle ich meinen Geist; du erlöst mich, du treuer Gott» (Psalm 31,6). Lukas fügt noch das Wort, abba, Vater, hinzu. Ein zärtliches Kosewort. Jesus hält in seinem schrecklichen Sterben an Gott fest. In Gott findet er Halt, wo ringsum alles haltlos zusammenbricht.

Vom Sorgechnebu zum Hoffnigschyt

Mit dieser Aktion möchten meine Pfarrkollegin und ich euch die Möglichkeit geben, euren Enttäuschungen, eurer Angst, euren Fragen und Zweifel Ausdruck zu geben.
Ihr seid herzlich eingeladen, eure Sorgen in Form eines Holzscheites in der Kirche in den Sorgenkorb zu legen. Symbolisch vertraut ihr sie so Gottes Händen an.


Für den heutigen Sonntag und die kommenden Tage wünsche ich euch Vertrauen und Zuversicht.

Pfarrerin Marianne Hundius
Bereitgestellt: 29.03.2020     Besuche: 5 heute, 184 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch