Monatsgedanken Oktober 2020

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Michaelistag

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen









Herbstzeit ist Erntezeit, nicht nur draussen auf dem Feld, sondern auch drinnen in meinem Heim und meinem Herzensgarten. Mir stellt sich die Frage: Was ist so kostbar und wichtig, dass ich es mit in den Winter nehmen möchte? Was hat seine Aufgabe erfüllt, so dass ich es getrost loslassen und weglegen kann?

Im Märchen bittet Aschenputtel die Tauben und alle Vögel unter dem Himmel, ihr bei dieser Sortierarbeit zu helfen. Ihre Aufgabe besteht darin, die geniessbaren Linsen von den Ungeniessbaren aus der Asche auszusortieren. Allein schafft sie das nicht. Sie ist auf gute, helfende Geister angewiesen. Diese sind auf ihr Rufen zur Stelle und erfüllen Aschenputtels Wunsch, die Guten ins Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen zu befördern.
Das Märchen nimmt die Tatsache auf, dass wir im Leben immer wieder vor Entscheidungen stehen. Wir müssen uns von Dingen, Orten oder auch Menschen trennen. Nicht alles, was uns durch unser Leben begleitet, ist für ein erfülltes Leben und Sterben brauchbar oder gar gesund. Es gibt Dinge, die es zu bewahren gilt. Und es gibt Dinge, die losgelassen werden müssen. Was nicht behalten wird, kommt ins Kröpfchen. Das Kröpfchen ist jedoch kein Abfalleimer, in den einfach alles überflüssig Gewordene hineingeworfen wird. Das Kröpfchen hilft, das nicht mehr Notwendige nochmals anzuschauen, bevor es losgelassen werden kann.

Gott stellt uns für diese Aufgabe den Erzengel Michael zur Seite. Heute, am 29. September, dem Michaelistag, bin ich diesen Monatsgedanke am Schreiben.
Der Michaelistag ist dem Erzengel Michael und allen himmlischen Wesen gewidmet. Sie alle sind kraftvolle Boten Gottes. Michael wird mit einem flammenden, leuchtenden Schwert dargestellt. Mit diesem Schwert trennt er das Kostbare, das es zu bewahren gilt, vom Überflüssigen, das das Leben schwer macht und belastet. Ihn können wir bitten, uns zur Seite zu stehen, wenn wir die Aufgabe anpacken, das Gute ins Töpfchen und das Schlechte ins Kröpfchen zu sortieren. Die Unterscheidung zwischen gut und schlecht ist dabei keine allgemeingültige Wertung. Es geht vielmehr darum, für mich zu entscheiden, was mir in meiner momentanen Lebenssituation gut, beziehungsweise schlecht tut. Für einen anderen Menschen kann das völlig anders aussehen.

Die Herbstzeit, in der die Abende länger werden, lädt uns ein, den Sommer nochmals revue passieren zu lassen. Wie war dieser Sommer? Was tat mir gut? Was war schwierig? Was vom Schwierigen hatte auch seine guten Seiten? Was nehme ich mit in die dunkle Zeit, was möchte ich loslassen? Was ist noch nicht verdaut? Und was muss ich nochmals anschauen?

Liebe Leserinnen und lieber Leser.
Ich wünsche euch in den kommenden Tagen die Zeit und die Begleitung des Engels Michaels, diesen Fragen nachgehen zu können, um eure persönlichen Entscheidungen zu finden.
Der Segen Gottes ist mit euch.
Pfarrerin Marianne Hundius
Bereitgestellt: 04.10.2020     Besuche: 190 Monat
 
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