Monatsgedanken August 2020

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Monatsgedanken

Wahre und falsche Freunde










«Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.» 2. Korinther 13,13

Es sind erst vier Monate vergangen, seit uns die Corona-Pandemie im Griff hat. Mich dünkt es - ich schreibe diesen Artikel Mitte Juli - es sei schon viel länger. Dieses Virus beherrscht den Lebensalltag eines jeden und das weltweit. So entsteht das Gefühl, schon allzu lange in dieser Situation leben zu müssen. Normalität ist trotz der Lockerungen nicht eingekehrt. In diese Zeit ist einiges ans Licht gekommen, Missstände wurden aufgedeckt und bestimmte Politsysteme haben sich in der Krise als tragfähiger erwiesen als andere. Zu den erfolgreicheren Systemen gehört für mich auch unser Schweizer Modell. Doch da sind nicht alle der gleichen Meinung.

«Der Bundesrat macht auf Panik», sagte mir eine gute Kollegin schon zu Beginn der Pandemie. Und später: «Schau dir die Menschen an, die sind jetzt alle verängstigt, gestört, krank. Dieses Hände Desinfizieren und jetzt auch noch Masken tragen müssen, ist ungesund. Es ist eine Panikmache, die unser Zusammenleben zerstört.» Und sie erzählte mir Geschichten, die ich persönlich den Fake-News zuordne. Ich versuchte meine Sicht der Dinge darzulegen. Sie hörte zu und schwieg. Sie realisierte, dass ich ihren Ansichten nicht Glauben schenken konnte und ihre Meinung nicht bestätigen wollte. Oder habe ich sie in ihren persönlichen Ängsten zu wenig ernst genommen? Der Kontakt ist momentan abgebrochen.

Ich habe mich danach mit anderen Menschen über diese Meinungsdifferenzen ausgetauscht. Anderen ist es ähnlich ergangen wie mir. Und jemand hat mir sogar gesagt, dass es sich nun zeigt, wer die wahren Freunde sind und wer die falschen.

Wissenschaft gegen Fake-News. Die Pandemie löst Ängste aus. Sowohl die Fake-News als auch die Wissenschaft versuchen mit unterschiedlichen Methoden diesen Ängsten zu begegnen und Erklärungen zu bieten. Die einen glauben denen, die anderen jenen. Es ist ein altes Thema, das schon in der Bibel unter der Thematik von wahren und falschen Propheten behandelt wird.

«Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig sind sie aber reissende Wölfe,» ermahnt Jesus im Matthäusevangelium 7, 15. Und er erläutert gleich weiter, woran wir die wahren von den falschen Aussagen erkennen: «An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.»

Dieses biblische Wort von Jesus ist hilfreich. In unsicheren Zeiten, die den Menschen Angst machen, treten unterschiedliche Sprecher auf die Bühne. Die einen wollen helfen und unterstützen, so dass die Krise gut bewältigt werden kann. Ihre Früchte werden gute Früchte und ihre Methode von Erfolg gekrönt sein. Andere wollen aus der Krise Profit schlagen, sich profilieren oder Menschen an sich binden. Ihre Früchte sind faule Früchte. Doch das wird sich erst später zeigen. Wem wollen wir in der momentanen Krise glauben schenken? Welchen Sprechern hören wir zu? Noch sind ja die Früchte nicht sichtbar?

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als immer wieder kritisch hinzuschauen und zu prüfen, welche Aussagen fürs Gesamtwohl unserer Gemeinschaft am fruchtbringendsten sind. Und anschliessend für diese Ansichten einzustehen, auch wenn wir das Risiko eingehen, damit Freunde zu verlieren.

Pfarrerin Marianne Hundius
Bereitgestellt: 28.07.2020     Besuche: 307 Monat
 
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